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Fragenübersicht Ist Richard David Precht ein Erbaulichkeitsphilosoph für das so genannte "breite Publikum"?
1 - 20 / 28 Meinungen+20Ende
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02.12.2021 11:18 Uhr
Dass Prechts Philosophieniveaulevel dem Umfragesteller zu niedrig ist, ist ja klar ;-)

Aber fürs "breite Publikum" durchaus auch eine Möglichkeit, sich überhaupt mal für philosophische Themen zu interessieren.
02.12.2021 11:23 Uhr
Boah, selten soviel Stuss als Hintergrund gelesen. Auch Buchhandlungen von "Städten provinziellen Zuschnitts" haben, wenn auch nicht in der epischen Breite wie in Großstädten- ebenfalls Werke bedeutenderer Philosophen im Regal stehen.

Erste-Welt-Literatur gibts für den Umfragesteller scheinbar nur in Buchhandlungen von Großstädten.

Zu Precht: das, was ich mal von ihm gelesen habe, fand ich nicht überzeugend. Er verstehts aber halt, sich zu vermarkten. Auch bildungspolitische aufgeklärte urbane großkotzige weltoffene Großstädter sollen schon auf ihn reingefallen sein.
02.12.2021 11:26 Uhr
Zitat:
Auch Buchhandlungen von "Städten provinziellen Zuschnitts" haben, wenn auch nicht in der epischen Breite wie in Großstädten- ebenfalls Werke bedeutenderer Philosophen im Regal stehen.


Bei mir nicht. Gera ist in Hinblick auf das philosophische Angebot seiner Buchhandlungen hoffnungslos unterbelichtet. Hier muss man schon nach Jena fahren, wenn man etwas finden will, was über den Bereich "Lebenshilfe für alle Lebenslagen" hinausgehen soll.

02.12.2021 11:27 Uhr
Er weiß, wie er sich gut vermarkten kann.
02.12.2021 11:30 Uhr
Mag sein, dass Precht Philosophie studiert hat und dort in der Vergangenheit auch publiziert hat (er hat auch promoviert und sich habilitiert, oder?).

Aber: Sowohl heutige Literatur von ihm als auch seine Auftritte haben nichts mehr mit Philosophie zu tun - weder mit praktischer noch theoretischer.

02.12.2021 11:38 Uhr
Richard David Precht ist ein Philosoph, der seine Thesen auch dem breiten Publikum verständlich machen kann. Das ist freilich manchem in der Szene zu platt, wenn komplexe Gedanken in leicht zu verstehende Sätze formuliert werden.

In meiner Firma hatten wir ihn vor knapp drei Jahren als Referenten zum Jahres Kick-Off eingeladen. Er referierte da zum Thema "Digitale Zukunft der Arbeitswelt" und präsentierte seine Sicht der Dinge. Das war ein insofern für mich bemerkenswerter Vortrag, als dass vieles von dem, was er uns als Beobachtung und Prognose mitgab, Realität wurde. Seine These damals: Die Digitalisierung vernichtet viele Berufsfelder, von den heutigen bleiben vor allem Handwerk, IT und Dienstleistungen direkt am Menschen übrig. Deshalb müssten wir über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nachdenken. Das war und ist präzise genug beschrieben.

Dass er sich zwischendurch in eine gedankliche Nähe zur Schwurblerszene bewegt hatte, verzeihe ich ihm.
02.12.2021 11:43 Uhr
Zitat:
In meiner Firma hatten wir ihn vor knapp drei Jahren als Referenten zum Jahres Kick-Off eingeladen. Er referierte da zum Thema "Digitale Zukunft der Arbeitswelt" und präsentierte seine Sicht der Dinge. Das war ein insofern für mich bemerkenswerter Vortrag, als dass vieles von dem, was er uns als Beobachtung und Prognose mitgab, Realität wurde. Seine These damals: Die Digitalisierung vernichtet viele Berufsfelder, von den heutigen bleiben vor allem Handwerk, IT und Dienstleistungen direkt am Menschen übrig. Deshalb müssten wir über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nachdenken. Das war und ist präzise genug beschrieben.


Das fasst es doch eigentlich gut zusammen. Diese Feststellung ist so trivial, dass man das kaum als eigene Idee oder Diagnose bezeichnen könnte.

Damit kann man aber hervorragend durchs Land touren und es als Konzept präsentieren.

Ich will gar nicht bestreiten, dass das auch einen Wert hat. Nicht jeder hat eine eigene Idee, Viele werden aber zu Multiplikatoren Ideen Anderer - das muss so sein, keine Frage.

Aus meiner Sicht hat das allerdings mit Philosophie im Grunde nichts mehr zu tun.

Deshalb empfinde ich es als äußerst ärgerlich und verzerrend, dass Precht etwa in Fernsehsendungen immer als Philosoph eingeladen wird und nicht als das, was er eigentlich ist - ein ganz herkömmlicher Publizist.

Ihm wird damit eine intellektuelle Bedeutung beigemessen, die er nicht hat.

Diese Meinung wurde zuletzt geändert am 02.12.2021 11:43 Uhr. Frühere Versionen ansehen
02.12.2021 11:48 Uhr
Zitat:
Aber fürs "breite Publikum" durchaus auch eine Möglichkeit, sich überhaupt mal für philosophische Themen zu interessieren.


habe selten bis gar nicht gesehen, dass precht jemals fragen und konzepte der theoretischen und praktischen philosophie irgendwie thematisiert hätte.

er sagt überall seine meinung, was völlig in ordnung ist, auch hier: keine frage.

aber in den konzepten der philosophie wird man nicht klüger, hört man ihm zu. auch nicht als anfänger...
02.12.2021 11:50 Uhr
Zitat:
Diese Feststellung ist so trivial, dass man das kaum als eigene Idee oder Diagnose bezeichnen könnte.


Du hast ja den Vortrag von damals nicht gehört. Das ist das, was ich aus dem Vortrag mitgenommen habe. Zudem gibt es immer noch den Unterschied, ob zu Fachpublikum gesprochen wird oder zur breiten Masse, zu der ich jetzt einfach mal die Belegschaft meiner Firma und mich zähle.
02.12.2021 11:51 Uhr
Zitat:
Boah, selten soviel Stuss als Hintergrund gelesen. Auch Buchhandlungen von "Städten provinziellen Zuschnitts" haben, wenn auch nicht in der epischen Breite wie in Großstädten- ebenfalls Werke bedeutenderer Philosophen im Regal stehen.


ich denke in so gut wie jeder buchhandlung ist das büchlein "dtv-atlas philosophie" verfügbar. ein kleines taschenbuch mit so circa 200 seiten.

das zu lesen dauert vielleicht 3-4 stunden und ist eine tatsächliche erste und leicht verständliche auseinandersetzung mit den konzepten und theorien der philosophie.

02.12.2021 11:55 Uhr
Zitat:
Das ist freilich manchem in der Szene zu platt


Sie sind aber ebenfalls Nutznießer, fühlen sie sich doch trotz charakterlichem Zwergentums intellektuell erhöht ;-)
02.12.2021 11:58 Uhr
Zitat:
Zudem gibt es immer noch den Unterschied, ob zu Fachpublikum gesprochen wird oder zur breiten Masse, zu der ich jetzt einfach mal die Belegschaft meiner Firma und mich zähle.


Sorry, aber ich kenne dich hier seit gut 20 Jahren. Wenn du bei philosophischen Themen "breite Masse" sein sollst, will ich nicht wissen, zu was der Rest gehört ;-)
02.12.2021 11:58 Uhr
Ja, der verkrautete Precht erhöht die intellektuellen Zwerge im Publikum wenigstens gefühlt zu bombastischen Weltbürgern
02.12.2021 12:02 Uhr
Zitat:
Zitat:
Diese Feststellung ist so trivial, dass man das kaum als eigene Idee oder Diagnose bezeichnen könnte.


Du hast ja den Vortrag von damals nicht gehört. Das ist das, was ich aus dem Vortrag mitgenommen habe. Zudem gibt es immer noch den Unterschied, ob zu Fachpublikum gesprochen wird oder zur breiten Masse, zu der ich jetzt einfach mal die Belegschaft meiner Firma und mich zähle.


ich will das ja auch gar nicht abwerten!

es hat seine berechtigung, da bin ich ganz sicher!
02.12.2021 12:02 Uhr
Zitat:
Ja, der verkrautete Precht erhöht die intellektuellen Zwerge im Publikum wenigstens gefühlt zu bombastischen Weltbürgern


Ich meinte es eigentlich anders ;-)

Jene, denen Precht zu platt ist, selbst aber über das Dasein eines Buchrückenphilosophen kaum hinauskommen, sind oft die lautesten Kritiker von populärphilosophischer (nicht zu verwechseln mit der Popularphilosophie) Literatur.
02.12.2021 12:07 Uhr
Zitat:
Von: .Botsaris


Zitat:
Ja, der verkrautete Precht erhöht die intellektuellen Zwerge im Publikum wenigstens gefühlt zu bombastischen Weltbürgern.

Ich meinte es eigentlich anders ;-)

Jene, denen Precht zu platt ist, selbst aber über das Dasein eines Buchrückenphilosophen kaum hinauskommen, sind oft die lautesten Kritiker von populärphilosophischer (nicht zu verwechseln mit der Popularphilosophie) Literatur.


Ach so, du meinst es ist mit Precht, vielen Precht-Fans und vielen Precht-Kritikern eher so wie die EAV in "Willkommen im Neandertal" besingt:

"Der Yeti haut den Rübezahl, der Yeti haut ihn noch einmal"?

02.12.2021 12:08 Uhr
Precht versucht die Philosophie einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Ob ihm das gelingt darf man hinterfragen, aber vordenkerisch ist sein Tun in keinem Fall. Zu dem versteht er, dem Zeitgeist einen intellektuellen Touch bzw. Überbau zu verpassen.
02.12.2021 12:10 Uhr
Zitat:
Von: Desertsky 02.12.2021 12:08 Uhr

Precht versucht die Philosophie einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Ob ihm das gelingt darf man hinterfragen, aber vordenkerisch ist sein Tun in keinem Fall. Zu dem versteht er, dem Zeitgeist einen intellektuellen Touch bzw. Überbau zu verpassen.


Ja stimmt, das Precht'sche Marketing ist an sich schon mal ganz effizient...
02.12.2021 13:36 Uhr
Ich stehe der Philosophie generell skeptisch gegenüber. Möglicherweise sind ihre Ergebnisse nur charakteristisch für die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns und nicht aussagekräftig für das, was mit ihnen festgestellt werden soll.
02.12.2021 13:41 Uhr
Mein Philosophieprofessor an der Uni hat mehrfach gnadenlos über Precht hergezogen. Rückblickend muss ich sagen: zurecht.
Precht ist bestimmt kein Idiot, aber unter den Philosophen sicher weder der Belesenste noch der Schlauste. Er kann sich nur ganz gut verkaufen.
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